Das ist mir auch noch nicht passiert: ich sitz' so am Rechner, werd' langsam wach und überleg' mir: »jetzt könnteste langsam mal mit Arbeiten anfangen. Müsste ja schon 8 sein.« Ein Blick auf die Uhr belehrt mich eines Besseren. Es ist erst 7. Ich hatte den Wecker eine Stunde zu früh gestellt Egal, dann ist heute eben früher Feierabend.
Double Fine, die Spieleschmiede der Computerspiellegende Tim Schafer, hat mit Stacking ein absolut bezauberndes Puzzle-Adventure veröffentlicht, von dem ich euch ein bisschen erzählen will. Schnell lesen, das Angebot gibt's nur noch bis 21.5.!
Die Rahmenhandlung
Charlie Blackmore ist ein kleiner Junge, dessen Familie von einem fiesen Industriellen ("The Baron") versklavt wurde. Er selbst ist noch zu klein für harte Arbeit und bleibt deshalb verschont. Also macht er sich auf, seine Familie zu befreien und so ganz nebenbei auch noch die allgegenwärtige Kinderarbeit zu beenden. Na, wenn das nicht mal ein lohnendes Ziel ist...
Die Welt
Stacking spielt in einer Comicversion des Dampfmaschinenzeitalters, die vollständig von Matrjoschka-Figuren bevölkert ist. Ihr wisst schon, diese russischen Ineinandersteckpuppen. "Bevölkert" trifft dabei den Nagel auf den Kopf. Überall stehen, sitzen, fliegen und wuseln die unterschiedlichsten Figuren herum und erzeugen ein Feeling einer vollständig lebendigen Welt. Die naturgegebene Unbeweglichkeit von Matrjoschkas wird dabei durch eine tolle Kinematik wieder wettgemacht. Schwer zu beschreiben, das Video am Ende des Artikels gibt euch vielleicht eine ungefähre Vorstellung davon.
Die ganze Welt ist der Größe von Matrjoschka-Figuren angepasst, ihr spielt also in einer Miniaturwelt. Das fiel mir zunächst gar nicht auf, aber je länger ich spielte desto genauer guckte ich hin und entdeckte dabei diverse kuriose Details. Die Zeitungsjungen haben Taschen aus Streichholzschachteln, Rennbahnbegrenzungen entpuppen sich als Golfbälle und manche Wand ist aus Spielklötzen errichtet.
Das Spiel
Um Charlies Familie aus den Klauen des Barons zu befreien, müssen diverse Rätsel gelöst und Aufgaben erledigt werden. Der Clou: ihr könnt andere Figuren "übernehmen", indem ihr von hinten in sie "hineinspringt" (Messiah lässt grüßen). Dabei gilt es zu beachten, dass ihr jeweils nur die nächste Figurengröße übernehmen könnt, muss man sich manchmal durch verschiedene Figuren hangeln, um an die gewünschte zu gelangen. Jede Figur hat eine Spezialfähigkeit, die ihr euch so zunutze machen könnt (höre ich da jemand Scrapland denken?). Es gibt dicke Figuren, die einen ordentlichen Furz ablassen, Mechaniker, die mit dem Schraubenschlüssel hantieren, Damen, die mit ihrer Handtasche um sich schlagen und kleine Kinder, die Kekse kotzen.
Wozu alle diese Fähigkeiten gebraucht werden wird nicht verraten, denn der größte Spaß an Stacking ist das Herumexperimentieren. Ein kleines Beispiel möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten. Mal angenommen, ihr müsst in einen exklusiven Nachtclub, um euch dort mit jemandem zu treffen. Der Türsteher wimmelt euch natürlich erstmal ab ("Kinder kommen hier nicht rein"). Also flugs in ein anderes Kind, einen Jugendlichen und anschließend einen Erwachsenen gehüpft und nochmal beim Türsteher vorgesprochen. Der lässt euch leider immer noch nicht rein ("nur geladene Gäste"). Den Türsteher selbst könnt ihr nicht übernehmen, da er auf der Hut ist und euch nicht aus den Augen lässt. Hm. Ihr bemerkt eine scharfe Blondine, die in der Nähe herumstromert. Flugs hineingesprungen stellt ihr fest, dass es sich um Witwe Keusch handelt, deren Spezialtalent das Bezirzen von Männern ist. Ihr macht euch also an den Türsteher ran, der wird vor Liebe blind und dabei unvorsichtig. Bedauernd verlasst ihr Witwe Keusch, übernehmt den liebestollen Türsteher und könnt die Tür dann selber öffnen.
Jede Aufgabe lässt sich auf unterschiedliche Arten lösen und das Spiel belohnt euch dafür, sämtliche Lösungen zu finden. Der schräge Humor der Spielwelt verlangt dabei zum Teil erhebliches Um-die-Ecke-Denken, bei genauerem Hinsehen fiel mir jedoch auf, dass das Spiel eigentlich immer optische Hinweise gibt. Wenn ihr mal völlig aufgeschmissen seid, könnt ihr euch jederzeit Tipps geben lassen, die euch auf die richtige Fährte helfen. Neben der Hauptquest gibt es zahlreiche Nebenaufgaben ("Hi-Jinks"), zum Beispiel sollt ihr 10 Figuren eine Schelle verpassen oder mit 5 Kindern Fangen spielen. Außerdem gibt es in jedem Level 24 einzigartige Figuren, die es zu übernehmen gilt und als wäre das nicht genug können die hoffnungslos Süchtigen unter euch auch noch diverse Achievements einheimsen. Ihr seht: es gibt viel zu tun.
Die Grafik
Stacking besticht durch eine absolut liebevolle Grafik mit viel Spaß am Detail. Das Retro-Flair wird durch gedeckte Sepiatöne erzeugt, die Cutscenes kommen im Stummfilmlook daher inklusive Fussel und Kratzer und der gesamte Bildschirm dunkelt zu den Rändern hin ab, wie man es aus den Anfängen der Kinematographie kennt. Letzteres führte bei mir nach einiger Zeit zu leichter Klaustrophobie und ich war froh, dass sich dieser Effekt deaktivieren lässt. Die durchgehend eingesetzte Tiefenunschärfe sorgt für das Gefühl, in einer richtig großen Welt unterwegs zu sein, die Texturen sind mit Hingebung zusammengepixelt und die Effekte sind zwar spärlich eingesetzt, wirken dadurch aber fast noch intensiver.
Der Ton
Der Soundtrack zu Stacking besteht eigentlich ausschließlich aus klassischer Musik. Chopin habe ich sofort erkannt, weil der bei mir tagsüber gerade öfters in der Playlist steckt, bei den anderen Tracks bin ich mir noch nicht so sicher, meine aber auch Bach gehört zu haben. Die Stücke sind zwar sehr sorgfältig zu den jeweiligen Szenen ausgewählt, nerven leider nach einigen Stunden trotzdem leicht. Stacking hat genau gar keine Sprachausgabe, was zwar einerseits prima zu der gesamten Stummfilmatmosphäre passt. Andererseits werden Anglophobe jedoch aufgeschmissen sein, denn die Texte sind nicht lokalisiert und der auf Englisch erzählten Story sollte man schon folgen können, um das Spiel zu meistern.
Mein Fazit
Kaufen! Ich hatte schon lange keinen solchen Spaß mehr mit einem Computerspiel. Die oftmals knackigen Rätsel halten das Gehirn auf Trab, die Musik schmiegt sich lieblich in eure Ohren und der durchgeknallte Double-Fine-Humor bringt euch immer wieder zum Grinsen. Erwähnte ich schon, dass es neben der Hauptstory noch eine komplette zweite Geschichte namens "The Lost Hobo King" gibt, die ebenfalls durchgespielt werden will? Nicht? Jetzt aber.
Stacking ist noch bis zum 21. Mai im Rahmen des Humble Bundle erhältlich, d.h. ihr müsst nur soviel bezahlen wie ihr wollt und bekommt dafür eine komplett DRM- und Steam-freie Version des Spiels für PC, Mac und Linux. Und 7 weitere Double-Fine-Spiele obendrauf. Besser geht's nicht.
Ich hatte ein Video angekündigt. Bitte. Aber beklagt euch nachher nicht über Spoiler.
Update: wenn das Spiel im 4. Level (Zug) crasht, sobald man in den Raum mit dem Eisschwan kommt, hilft es, vorher aus allen gestackten Figuren rauszuhüpfen und den Raum als Charlie BLackmore zu betreten. Es folgt eine Cutscene, die das Spiel sonst abrauchen lässt. Gefunden hier.
Nach knapp 2 Wochen Herumgurkerei bin ich jetzt wieder am schönen Rhein. Habe vorhin mal den Feedreader angeworfen und einen kleinen Herzinfarkt bekommen:
606 ungelesene Artiklel. Öhm... also... ich fürchte, das werde ich nicht nachholen. Sorry, ihr müsst vielleicht selbst mal in anderen Blogs blättern. Wer will, kann ja seinen Feedreader mit meinen Quellen füttern, die passende OPML-Datei stelle ich euch gerne zur Verfügung:
Ich bin also wieder da und vielleicht passiert hier auch wieder ein bisschen mehr. Allerdings bin ich arbeitsmäßig immer noch landunter, erwartet also bitte keine 10 Artikel am Tag.
Eine kleine Änderung gab es: ich habe jetzt Antispambee als Kommentarspamfilter eingerichtet, weil Datenschutz und so. Keine Ahnung ob das was taugt. Falls eure Kommentare unberechtigterweise im Spam landen, schickt mir ne Mail, ja?
Assassin - Abstract War
Lässt sich erstmal 'ne Minute Zeit, dann aber! Ich liiiiiiebe diese holpernde Runter-Rauf-Bridge ab 2:03ff.
Wenn dat Groovesharkdingens nach paar Sekunden immer noch nich' geladen is': einzweima reloaden. Irgendwann geht's dann. Meistens. Internet eben. Es sei denn, du bist gerade auf einem Produkt aus dem Hause Äppel unterwegs. Dann geht's nemmich überhaupz nich'. Na, vielleicht wenn du es jailbreakst. Weiß nich'. Sorry for that. Is' aber eh' nur füchterlich schranziger Thrash-Metal, so gesehen verpasst wahrscheinlich nix. Bussi & Ciao Ciao.
Ich war vom letzten Humble Bundle ja schwer enttäuscht. Um so besser, dass das neue Humble Bundle so geil ist, dass ich es ziemlich bedenkenlos empfehlen kann. Es enthält nämlich ausschließlich Produktionen aus der Spieleschmiede Double Fine Productions, darunter das Über-Hirnverdreher-Jump'n'Run-Action-Adventure Psychonauts und den Heavy-Metal-Satire-Hammer Brütal Legend. Die sehen so aus:
Dazu kommen noch Costume Quest und Stacking, die ich zwar beide nicht kenne, aber das kann ja noch werden. Das Angebot gilt noch bis zum 22. Mai, alle Spiele gibt's für Mac, Windows und Linux. Jetzt muss ich nur noch rauskriegen, ob man die Spiele auch ohne Steam bekommen kann, dann gehen meine 10$ auf den Weg... Hab' 10$ ausgegeben und ja: geht alles ohne Steam.
Update: mein Rechner is' zu lahm für Brütal Legend, buhuhu
Update 2: Brütal Legend ist leider lange nicht so cool wie gehofft, dafür ist Stacking ziemlich witzig. Darüber muss ich mal einen eigenen Post schreiben.
neulich las ich an einer Klowand die Vermutung, ich würde hier irgendwen bestrafen wollen, wenn ich mal 2 Tage lang keinen Artikel poste. Mwahaha. Um das (mal wieder) klarzustellen: ich führe neben dem Blog noch ein Leben und dieses Leben bringt mich hin und wieder dazu, ganz ohne Computer und Internet unterwegs zu sein. Kaum zu glauben, aber wahr. Außerdem habe ich noch einen Job, der hin und wieder ebenfalls meine geistigen Kapazitäten in Anspruch nimmt. Kein Grund zur Beruhigung
da]v[ax: meinte zu Was Eltern beachten sollten, wenn ihre Kinder die ersten Schritte im WWW unternehmen: @itler:Und glaub mir Pornoseiten oder Rotten oder Rekrutierungsseiten von Streitkräften ...
da]v[ax: meinte zu Das unspielbarste Stück aller Zeiten. Und noch vier.: @Bjoeke: da siehste mal, wie wenig ich von Einschränkungen beim Musikgeschmack halte :mrgreen: du ke...
Bjoeke: meinte zu Ignorance, Level American: @Martin: Ok, das mit der 14 war mir neu. Ich kannte bislang nur die "Klassiker", sprich 18 und 88.
...
itler: meinte zu Was Eltern beachten sollten, wenn ihre Kinder die ersten Schritte im WWW unternehmen: @Eike:
Das ist ja voll von hinten durch die Brust ins Auge und die linke Zehe haste auch noch erwis...
Martin: meinte zu Ignorance, Level American: @Bjoeke: Die 14 nicht vergessen ("14 words")! Sicher kann das Zufall sein, aber 14 und 88 in Kombina...
Jules: meinte zu Links 2013-05-21: So ne Gedankenlosigkeit hätt ich Dir auch eigentlich nicht zugetraut, Max. Las sich halt ein bissche...
Bjoeke: meinte zu Das unspielbarste Stück aller Zeiten. Und noch vier.: Holy mother of frell!
Ok, ich werd meine Gitarren verbrennen und meine Hände abhacken. Hat doch kei...
Eike: meinte zu Was Eltern beachten sollten, wenn ihre Kinder die ersten Schritte im WWW unternehmen: @Itler Du hast sicher die Portion Sozialkompetenz, die dein Umfeld erwartet. Von daher schön, dass D...
Bjoeke: meinte zu Ignorance, Level American: @Martin: Rassistenarsch? Mit Sicherheit.
Aber bei einem Fahrer von SO einem Pickup mit SO einer Hec...
Eike: meinte zu Müll hat einen Namen: Nespresso: Nun, es ist nichts neues, dass sich unsere Einheimischen geschlechtsunabhängig in Zuhälter und Luxus...
Was bisher geschah:
Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.
Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.
Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.
Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.