Gewöhnt euch schon mal an den Gedanken, für jedes Quäntchen Geschwindigkeit im Internet extra zahlen zu dürfen

März 18th, 2014, 11:10 > da/Y\ax

denn: Der Industrieausschuss des EU-Parlaments hat sich gerade gegen Netzneutralität entschieden. Klar eigentlich, so kann man schließlich doppelt und dreifach für eine Leistung kassieren, die überhaupt nicht erbracht wird. Dass einzelne Services langsamer werden als andere wird nämlich künstlich erzeugt. Lasst euch da mal nix vormachen. So in etwa das Internet bald aussehen:

netzneutralität net-neutrality-thumb-550x1224-27419

Ich hasse Kapitalismus.

PS: keine Ahnung, wer die Grafik erstellt hat. Ich habe keinen Nerv, der gesamten via-Kette hinterherzuklicken. Ich hab sie von da.

Update: im Zeitungsdeutsch klingt das dann so:

Zugleich dürfen Provider allerdings "Spezialdienste" jenseits des offenen Internets anbieten und dazu gesonderte Verträge mit Inhalteanbietern wie YouTube oder Netflix für eine bevorzugte Durchleitung ihrer Angebote abschließen.

Spezialdienste! Dass ich nicht lache! Das ist ungefähr so, als verkaufe jemand einen Bleistift für 50 Cent, wenn man damit aber nicht nur schreiben sondern auch zeichnen will, kostet der gleiche Bleistift 2 Euro. Fuck this.

7 Meinungen zu “Gewöhnt euch schon mal an den Gedanken, für jedes Quäntchen Geschwindigkeit im Internet extra zahlen zu dürfen”

  1. ninjaturkey meinte:

    Immerhin nicht der Fischereiausschuss. Also ich finde ja…

    Sorry, muss noch `nen Euro nachwerfen.

  2. Vatta meinte:

    Na, endlich!
    Hat ja nur knappe 20 Jahre gedauert, bis diese Ärsche das weltweite Netz entdeckt haben. Dann ging’s Schlag auf Schlag: Totalüberwachung, Zensur, Zugangssperren, Kontrolle an allen virtuellen Orten und jetzt sollen die (eMail- und Webspace-) Provider auch noch gezwungen werden, eventuelle Verschlüsselungen herauszugeben (stand heute auf Golem und/oder Netzpolitik – keinen Bock mehr, danach zu suchen).
    Willkommen in “1984″.

  3. da]v[ax meinte:

    @Vatta(2): jep, das mit der Kryptokacke kommt heute nachmittag in den Links des Tages. Es ist echt alles zum Heulen ;( Oder um es mal konstruktiv auszudrücken:

    Wobei das nicht nur für die NSA gilt sondern eben auch für diesen krampfigen Scheißkapitalismus.

  4. q____q meinte:

    Das witzige ist, dass die wieder erst später merken werden, dass die sich damit (auch) wieder selbst ins Bein schießen: Wenn ich für Netflix und Hulu und Youtube und Amazon Video und Itunes und BBC Iplayer nochmal einzelnd für die Verbindung (und nicht nur den Service) zahlen muss, nehm ich einfach das VPN-Paket und torrente den ganzen scheiß illegal.

    Anyway müssen wir anfangen uns ernsthaft Gedanken über eine Internet-Alternative (á la Freifunk / Starfish / Wireless Mesh Network) Gedanken zu machen, die ohne Provider funktioniert. Genau wie bei der „Mach deine Energie mit Windkraft und Solarstrom selbst“-Idee denke ich, dass das theoretisch geht (und auch skaliert), bin mir aber bewusst, dass das eher eine Utopie ist.

  5. delete meinte:

    @q das ist gar nicht mal so abwegig. In Pakistan haben sie auch ein alternatives Internet als verteiltes System das Rechner über Telefonleitungen verbindet. Hab ich mal irgendwo gelesen.

  6. q____q meinte:

    Mh, Telefon ist natürlich witzig, aber leider auch gut angreifbar, das finde ich das schöne an Wi-Fi, dass kann man vielleicht höchstens lokal blockieren aber dann funktioniert der Rest des Netzes immer noch.

    Für Interessierte:

    Es gibt einen sehr alten CRE zum Thema: http://cre.fm/cre016-wireless-mesh-networking

    Und natürlich Freifunk: http://freifunk.net/wie-mache-ich-mit/community-finden/ (die haben neuerdings für die lokalen Gruppen sehr geile Karten)

    Sowie eine (hauptsächlich spanische?) Variante: https://guifi.net/node/17714/view/map

    http://p2pfoundation.net/NextNet

  7. q____q meinte:

    Oh, vielleicht meinte ich auch diesen CRE: http://cre.fm/cre116-mobile-ad-hoc-netzwerke

Antworten

Dein Kommentar


Halte Dich bitte an die Spielregeln. Welche Emoticons du verwenden kannst, steht hier.
 
 Wer HTML kann, ist klar im Vorteil. Diese Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
 
 Bei der Menge an Spam-Kommentaren passiert es hin und wieder, dass ein Kommentar vom Spamfilter gefressen wird. Bitte sei mir nicht böse aber ich habe weder Zeit noch Lust, solch verloren gegangenen Kommentaren hinterher zu forschen. Wenn das öfters passiert, schreib' mir 'ne Mail damit ich dich whitelisten kann.

Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.

Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.