Ein typisches Meeting in einem typischen Konzern
April 7th, 2014, 07:14 > da/Y\axIch kenne das so gut, ich könnte heulen.
The Expert.
"Perpendicular" heißt übrigens "rechtwinklig" "lotrecht" bzw. "im rechten Winkel zueinander".
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»…”Perpendicular” heißt übrigens “rechtwinklig”…«
Äh – nein. Perpendicular heißt senkrecht bzw. lotrecht zu etwas. Daraus ergibt sich zwar meist ein rechter Winkel, rechtwinklig heißt aber right-angled (eng.) oder rectangular (am).
Meine Strategie bei Meetings (zu denen ich als Externer alle paar Jahre geladen bin): Lange schweigend und offensichtlich desinteressiert zuhören, und im dritten Viertel 1-2 gute Fragen in den Raum werfen. Am Ende ein fester Händedruck und ein väterliches Lächeln für jeden Beteiligten, dann ab nach Hause und die Rechnung schreiben.
ka-tchinggg! Haarspalter
Was deine Strategie angeht: das mag ja manchmal aufgehen. Nur leider werden eben oft genug komplett unmögliche Anforderungen gestellt und dann auch noch von den eigenen “Kollegen” (in der Hierarchie meist höher) als machbar dargestellt, denn der Kunde hat bekanntlich immer recht. Und dann steht man da. Als Experte, dessen Expertise offenbar niemanden interessiert. Zwischen lauter Spacken, die offensichtlich von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, aber mitreden dürfen. Zum
Da Du daran aber nichts ändern kannst, gewöhnst Du Dir am besten an, allen anderen zuzustimmen und Knabberzeug, Saft und Kaffee zu genießen (ich liebe Meetings mit Platten voller belegter Brötchen). BTW – Meetings mit nur Wasser (wie im Video) sind von vornherein zum Scheitern verurteilt!
Wie gehst du aber mit unmöglichen Anforderungen um? Vor allem, wenn die “Spezifikationen” mit diesen Unmöglichkeiten dann plötzlich als “vom Kunden abgenommen” gelten? Die Sachen bleiben ja trotzdem unmöglich umzusetzen…
Ich weise mit freundlich, mit knappen, auch für kleine Geister verständlichen Worten auf die Unmöglichkeit hin, frage einen Verantwortlichen/Entscheider, ob das dennoch so gemacht werden soll, und mache das dann so. Damit habe ich alle Verantwortung auf denjenigen abgeschoben, der dennoch das GO gegeben hat. Habe selbst gerade mit anderen Freelancern bei einer Agentur einen ultraknappen Job für einen von deren Großkunden gemacht. Wir Freien haben darauf hingewiesen, dass der Termin kaum zu halten ist und wir zwar besser als der Rest der Menschheit, aber dennoch keine Zauberer sind. War alles o.k. Mitten im Job verlegt der Kunde den Termin zwei Tage VOR! Was ich dann mache, kannst Du schlecht machen: Ich arbeite weiter, reagiere aber nicht mehr auf eMail. Bis auf die Agentur, mit der ich seit fast 20 Jahren zusammenarbeite, kommt keiner auf die Idee, anzurufen. Gut so, das hält nur von der Arbeit ab. Dummerweise haben wir es wieder geschafft,
diesmal aber wirklich auf die letzte Minute.
Warum? Agentur und wir Freien hatten als Minimal-Zeitraum schon mal 3 Tage mehr angesetzt. Ansonsten haben es Kunden mit uns eh nicht leicht. Wir altgedienten Freien nehmen sowieso kein Blatt vor den Mund, sind schon mal ungekämmt und -rasiert und strömen Kompetenz ohne Ende aus (die muss aber auch da sein, denn die wird bisweilen abgefragt!). Der geniale, fest angestellte Programmierer der Agentur ist eine Diva und hat schon mal mit dem Ausruf “Nee, dann mache ich das nicht!” erbost ein Meeting verlassen. Wir anderen haben uns noch ein Brötchen genommen und dem entsetzten Kunden gesagt: “Keine Angst, der kommt gleich wieder”. Darauf war der Kunde Alternativ-Vorschlägen sehr zugänglich
Fazit: Entspannt bleiben, gut und viel zuhören, gut und wenig sagen, Dummheiten freundlich aufzeigen und im Notfall einen anderen die Verantwortung tragen lassen und – darauf bestehen, dass es frische, belegte Brötchen gibt!
Super Film xD
“Wie gehst du aber mit unmöglichen Anforderungen um? Vor allem, wenn die “Spezifikationen” mit diesen Unmöglichkeiten dann plötzlich als “vom Kunden abgenommen” gelten?”
Das kommt auf die Größe des Projekts an. Anforderungen, die in den “Vorgesprächen” oder im ersten Drittel der Projektierung gestellt werden, kann man in aller Regel getrost akzeptieren, ohne groß darüber nachzudenken. Das ändert sich dann sowieso nochmal so dramatisch, dass man im Folgeprozess die Problemfälle rauswerfen kann
Merke: Je früher eine Anforderung an ein Projekt spezifiziert wird, umso eher geht es um innergemeinschaftliche Machtdemonstration und weniger um die Funktionalität des Produkts. Die kann man dann später problemlos gegen wirklich wichtige Funktionen argumentativ “eintauschen”.
Zynisch? Ja, ich weiss…
Ah Herrrrrlich, Danke man!!! AHAHAHAH *heul* ahahahah *heul*
Ich bin begeistert, dass scheinbar alle, die länger als 2 Jahre in dem Job sind die gleichen Erfahrungen gemacht haben